Hiraga-Endstufe

Klasse-A Endverstärker nach Jean Hiraga

Das Schaltungsdesign für diese Endstufe stammt noch aus den 80er Jahren, als eigentlich potente Kraftprotze mit mehreren hundert Watt modern waren.
Dieser Klasse-A Verstärker leistet aber nur etwa 10-15 Watt, klingt dafür aber erstaunlich gut.
Das Design basiert dabei auf direkten Singalwegen ohne jede frequenzgangbestimmende zusätzliche Bauteile wie Kondensatoren, Filtern und überträgt daher von DC bis zur Cutoff-Frequenz der Transistoren alles was man ihm vorgibt.
Der prinzipbedingte Dämpfungsfaktor ist dabei recht gering, daher sollten möglichst keine impedanzkritischen Lautsprecher verwendet werden. Lautsprecher, die auch für Röhrenendstufen geeignet sind, erfüllen diesen Zweck problemlos.
Klasse-A Endstufen haben naturgemäß einen hohen Ruhestrom in den Endtransistoren, der zwangsläufig dazu führt, dass diese Leistungen auch durch entsprechend groß dimensionierte Kühlkörper abgeführt werden müssen.
Zum Schutz empfindlicher Lautsprecher vor Einschaltknacksern und Gleichspannungen sollte man auf jeden Fall eine Schutzschaltung mit Einschaltverzögerung vorsehen, die mit einem ordentlichen Relais die Lautsprecher erst zuschaltet, wenn nach dem Einschalten alles ok ist.
Die Grundschaltung weist zur Siebung zwischen den Elkos des Netzteils Widerstände von 1 Ohm mit entsprechender Belastbarkeit auf. Man kann diese auch durch ausreichend dimensionierte Spulen ersetzen, um die Verluste zu verringern und den Siebfaktor zu verbessern. Noch besser ist aber eine Stabilisierungsschaltung, die auf Netzspannungsschwankungen wirkungsvoll unterdrückt. Dazu aber später mehr.

Es versteht sich quasi von selbst, dass an den Bauteilen nicht gespart werden sollte.
Auch sollte man bei den Transistoren darauf achten, Markenfabrikate zu verwenden und dabei nicht auf Fälschungen hereinzufallen. siehe dazu auch: http://www.planet-kuehne.de/martin/audio/counterfeit.htm
Gerade bei den Kühlern ist auf entsprechende Größe zu achten, da sich sonst die Transistoren leicht in Rauch auflösen können. Lieber etwas mehr als zu wenig.
Auch der Trafo muss die Leistung locker können und sollte etwas überdimensioniert werden. 300-400VA sollten es schon sein.
Ebenso bei den Netzteil-Elkos ist Sparen unangebracht.

Folgende Vorgehensweise sollte man beachten:Bevor irgendein Loch ins Gehäuse gebohrt wird oder etwas gelötet wird, legt man die großen Teile (Trafo, Elkos, Kühler und Platinen) so ins Gehäuse um zu sehen, wie die Platzaufteilung am besten ist.Man sollte möglichst kurze Kabelwege bevorzugen und den Netztrafo nicht direkt neben die Endstufeplatinen setzten.Da biete sich eigentlich nur an, die Kühler an die Gehäuserückwand zu setzen mit entsprechenden Druchbrüchen für die Transistoren. Innen dann die Platinen an die Kühler. Dann kommen die Elkos nebeneinander, der Gleichrichter und dann ganz vorne der Trafo. Platz sollte man noch für die Einschaltverzögerung sowie die Schutzschaltung und für eine evtl. nachzurüstende Spannungsregelung vorsehen. Bei mir sieht das dann so aus:

BILD